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OH, WER RENNT DENN DA? DAS IST ONESIMUS.UND WARUM RENNT ER?

ONESIMUS IST EIN SKLAVE!
ONESIMUS HEISST: DER NÜTZLICHE.
O WIE OSTEREI UND OSTERHASE
OSTERN – WAS BEDEUTET DAS?

O wie Onesimus

Die Geschichte von Onesimus ist kurz. Er war ein Sklave. Er ist Philemon, seinem Herrn, davongelaufen. Er hat bei Paulus und der christlichen Gemeinde Zuflucht gesucht. Paulus hat ihn zu Philemon zurückgeschickt. Mehr wissen wir leider nicht von ihm. Nicht einmal, wie er wirklich hiess. Denn Onesimus ist doch kein Name. Onesimus heisst: der Nützliche. So wurde er gerufen, weil er als Sklave seinem Herrn nützlich sein sollte.

Sklaven gab es viele im Römischen Reich. Es gab einen richtigen Markt, auf dem sich die reichen Leute Sklaven kaufen konnten. Dort ging es zu wie auf dem Viehmarkt. Der Sklavenhändler führte seinen Kunden vor, was diese verlangten: Frau oder Mann, jung oder alt, am liebsten stark und schön, Hauptsache gesund. Eine Köchin, lieber schon etwas älter und mit Erfahrung, ein junger Bursche für die Bewirtung der Gäste, ein schönes Mädchen für die Bedienung des Hausherrn, ein robuster Mann mit kräftigen Armen für die Arbeit im Garten. Er musste seine Muskeln zeigen, das Mädchen seine schönen Zähne und glänzenden Haare. Auch Kinder konnte man kaufen, die waren nützlich für allerlei Botengänge und Besorgungen, zum Schuheputzen und Geschirrspülen. Denen konnte man auch noch beibringen, was für ihre Besitzer das Wichtigste war: Gehorsam ohne Wenn und Aber!

Sklaven hatten keine Rechte. Keinen Lohn. Keine Freizeit. Keinen eigenen Besitz. Gar nichts. Sie bekamen nur gerade, was sie brauchten: Essen, Kleider und, wenn sie Glück hatten, ein Bett. Vielleicht durften sie heiraten, in der Regel unter Sklaven, die demselben Herrn gehörten. Wenn sie Kinder bekamen, gehörten auch diese ihrem Herrn. Und falls der keine Kinder mehr brauchen konnte, verkaufte er sie, als flinke Helfer, die sich irgendwo in einem anderen Haushalt nützlich machen sollten wie Onesimus. Wenn die Eltern Einspruch erhoben, wurden sie bestraft. Ihr Kummer interessierte niemanden. Sie waren zum Arbeiten da.

Vielleicht hatte der reiche Philemon Onesimus auch schon als kleinen Jungen in sein Haus geholt und hatte ihn zu seinem allzeit bereiten Helfer erzogen und ihm den Namen «Nützlich» gegeben. Aber dieser Onesimus ist ihm eines Tages einfach davongelaufen. Obwohl er wusste, dass er dafür ganz schwer bestraft, ausgepeitscht oder sogar getötet werden konnte. Aber er dachte: Der Tod ist besser als so ein Leben.

Philemon, sein Herr, war übrigens einer von den frühen Christen. Er gehörte zu einer der ersten Gemeinden, die der Apostel Paulus begründet hatte. Kirchen mit Türmen gab es damals noch keine. Die Gläubigen versammelten sich in Privathäusern, meistens in den Häusern der Reichen. Auch im Haus von Philemon kamen sie zusammen. Onesimus hatte sie bei ihren Zusammenkünften oft bedienen müssen, denn meistens kamen sie nicht nur zum Singen und Beten, sondern auch zum Essen. Das spielte bei denen eine wichtige Rolle. Onesimus war aufgefallen, dass sie einander respektierten und achteten, Männer und Frauen, Juden und Griechen, Reiche und Arme; sie machten gar keine Unterschiede, als wären sie alle Brüder und Schwestern, die denselben Vater und dieselben Rechte hätten. Das galt sogar für Sklaven, wenn sie zur Gemeinde gehörten – aber nicht für die, die bei ihren Versammlungen bedienen mussten, nicht für Onesimus.

Als Onesimus Pläne machte, wie und wann er fliehen und seinem Herrn möglichst unbemerkt entkommen könnte, da überlegte er natürlich auch, wohin er denn fliehen sollte. Er hatte ja keine Familie und keine Freunde. Da kam ihm dieser Apostel Paulus in den Sinn, den sein Herr so verehrte und auf den alle hörten in den Versammlungen der Christen. Der war zwar längst aus der Stadt weggezogen, um an anderen Orten neue Gemeinden zu gründen. Aber er schrieb von Zeit zu Zeit Briefe, die dann bei den Zusammenkünften der Gläubigen im Haus von Philemon vorgelesen wurden. Einmal hörte Onesimus, wie dieser Paulus seine Brüder ermahnte, dass sie beim Essen auf diejenigen warten sollten, die erst später einträfen. Denn manchmal war es so, dass die Ersten schon wieder nach Hause gingen, bevor die letzten überhaupt erst angekommen waren. Diese Letzten waren natürlich die Sklaven, die bei ihren Herrschaften bis spät noch arbeiten mussten, bevor sie zur Versammlung der Gemeinde gehen durften. Wenn sie dann endlich dort ankamen, waren die Tische bereits abgeräumt, die Schüsseln schon leer und der Wein ausgetrunken. Onesimus wunderte sich, denn normalerweise durften sich Sklaven ja gar nicht dazusetzen, wenn die Herrschaften tafelten. Und dass man gar auf sie warten sollte, damit sie nicht zu kurz kämen, das war eigentlich ganz und gar unvorstellbar in der Welt, in der Onesimus lebte. Für diesen Paulus war ganz offensichtlich auch ein Sklave ein Mensch! Und darum beschloss Onesimus, bei Paulus Zuflucht zu suchen.

Natürlich war es ein Leichtes zu erfahren, wo Paulus zu finden war. Da brauchte er bloss den Boten zu fragen, wenn der wieder einmal einen Brief brachte. «Nicht weit von hier», sagte dieser. «Es sind nur zwei, drei Tagereisen bis nach Ephesus. Ich breche morgen früh auf, wenn Du willst, nehme ich dich mit.» Also schlich sich Onesimus noch vor Tagesanbruch aus dem Haus und lief zur Scheune, in der man dem Boten ein Strohlager bei den Tieren zugewiesen hatte. Er weckte ihn und sagte: «Los, laufen wir, bevor es hell wird und man im Hause merken wird, dass ich nicht mehr da bin. Er hatte sich in der Küche nicht zu knapp mit Proviant eingedeckt. Wenn man den Diebstahl entdecken würde, wäre er ja längst über alle Berge. Der Begleiter freute sich über die gute Verpflegung und so machten sich die beiden auf leisen Sohlen davon. Der Weg führte sie durchs Gebirge, wo es viele Höhlen gab. Zum Glück kannte sich der Bote aus und wusste, wo man sich allenfalls verstecken konnte vor möglichen Verfolgern und Schutz fand in der Nacht.

Nach drei Tagen kamen die beiden heil in Ephesus an und der Bote führte Onesimus zu Paulus. Er überbrachte diesem einen Brief von Philemon und empfing dort den versprochenen Lohn für seinen Botendienst. Dann ging er wieder nach Hause. Onesimus aber blieb und erzählte Paulus seine Geschichte. Paulus nahm ihn fürs Erste freundlich bei sich auf, als Sklaven natürlich, der ja auch ihm durchaus nützlich sein konnte. Leider konnte Onesimus nicht schreiben, sonst hätte er ihm seine Briefe diktiert. Aber immerhin konnte sich Onesimus um alles Übrige kümmern, einkaufen, kochen, waschen, saubermachen, kleine Botengänge tun … alles, was er für Philemon auch hatte tun müssen. Und trotzdem war hier alles anders. Paulus redete mit ihm, er fragte ihn, wie es ihm gehe, er hörte ihm zu, er interessierte sich für ihn, er ging mit ihm um wie mit seinesgleichen und nicht von oben herab. Abends sassen sie zusammen und Paulus unterrichtete ihn, brachte ihm das Lesen bei und erzählte ihm von Jesus Christus. Nach ein paar Wochen sagte er zu ihm: «Es ist Zeit, dass du zurückkehrst zu deinem Herrn. Es ist nicht recht, dass ich dich hier behalte, da du ja nicht mir gehörst. Ich habe der Gemeinde von Philemon einen Brief geschrieben, den du überbringen sollst. Hab keine Angst, ich gebe dir auch einen Schutzbrief mit, den ich ganz persönlich an Philemon adressiert habe. Du hast gewiss keine Strafe zu befürchten.»

Onesimus weinte, denn zum ersten Mal in seinem Leben war er wie ein Mensch behandelt worden. Und Paulus weinte auch, denn er hatte Onesimus lieb gewonnen fast wie ein eigenes Kind. Onesimus sagte: «Kann ich nicht getauft werden und Christ werden wie Philemon? Dann wird er mich sicher schonen.» Da liess Paulus in der Gemeinde von Ephesus ein kleines Fest veranstalten, zur Taufe von Onesimus und zu seinem Abschied. Danach schickte er ihn zu Philemon, seinem Besitzer, zurück. Aber der Onesimus, der zurückkehrte, war nicht mehr derselbe wie der Onesimus, der geflohen war. Er hatte keine Angst mehr. Er hatte auch kein schlechtes Gewissen. Ja, er war eigentlich nicht einmal mehr böse oder wütend auf seinen Herrn. Er wusste nur eines: Er würde ihm in die Augen sehen und sagen: «Philemon, hier bin ich, ein Bruder in Christus. Lass uns anders miteinander umgehen: so, wie Jesus es uns gelehrt hat.»

Wie Philemon reagiert hat, wissen wir leider nicht. Es hat sehr lange gedauert, bis Christen begriffen haben, dass Sklaven auch Menschen sind. Es hat Jahrhunderte gedauert, bis sie begriffen haben, dass kein Mensch das Recht hat, andere Menschen zu seinen Sklaven zu machen. Menschen sind kein Besitz. Sie sind keine Sache.

Hingegen sind von allem Anfang an sehr viele Sklaven Christen geworden. Sie haben am besten gespürt, was es heisst, dass das Evangelium frei macht, dass alle Menschen Gottes Kinder sind und einander gleichgestellt als Brüder und Schwestern und dass jeder Mensch eine unverlierbare Würde hat. Das hat ihnen Kraft gegeben, die Hoffnung nicht zu verlieren und eines Tages auch ihren Herren in die Augen zu sehen und für ihre Rechte zu kämpfen. In Europa und Amerika ist die Sklaverei vor zweihundert Jahren abgeschafft worden. Trotzdem ist Menschenhandel immer noch weit verbreitet. Immer noch gibt es weltweit unzählige Jungen und Mädchen, Frauen und Männer, die keine Rechte haben und wie Onesimus für andere arbeiten müssen. Sie haben keine Wahl. Aber wir haben eine, auch für sie.

Nachzulesen ist die Geschichte von Onesimus im kürzesten Brief von Apostel Paulus, dem Brief an Philemon.

O wie Ostern

Ostern ist ein Frühlingsfest, jedenfalls in unseren Breitengraden. Die Natur erwacht wieder, die Bäume beginnen zu grünen, erste Blumen leuchten in den Gärten, wir freuen uns und feiern dieses neue Aufblühen mit bunten Ostereiern und Osterhasen. Aber Ostern ist noch etwas anderes und mehr, als ein Frühlingsfest. Wir feiern nicht nur, dass die Dunkelheit und Kälte des Winters endlich vorbei sind und die warme Jahreszeit beginnt. Wir feiern, dass der Tod überwunden ist: Ostern ist das Fest der Auferstehung von Jesus Christus.

Die Evangelien berichten: Nachdem Jesus am Kreuz gestorben war, wurde er begraben, so, wie es damals der Brauch war: man legte ihn in eine Höhle und rollte einen Stein davor. Das war an einem Freitagnachmittag. Doch weil am Abend bereits der Sabbat begann, der Tag, an dem Juden nicht arbeiten, warteten die Frauen, die seinen Leichnam einbalsamieren wollten, bis der Sabbat vorüber war, und gingen erst am frühen Morgen des dritten Tages zum Grab hinaus. In der Nacht zuvor bereiteten sie wohlriechende Salben zu und noch ehe die Morgendämmerung anbrach, machten sie sich auf den Weg. Als sie jedoch bei der Grabhöhle ankamen, war der Stein weggerollt und die Gruft war leer: der Tote war nicht mehr da, wo man ihn hingelegt hatte. Das versetzte sie zunächst in Angst und Schrecken. Dass da ein Engel sass, wie einige später erzählten, der ihnen sagte, Jesus sei auferstanden, war so unbegreiflich, wie es heute noch klingt.

In der Folge jedoch begegnete der Auferstandene ihnen, den einen früher, den andern später, in ganz unterschiedlicher Weise. Seine Jüngerinnen und auch die Jünger erkannten ihn an seiner Stimme, an seinen Worten, an der Art, wie er mit ihnen das Brot teilte und ganz eindeutig und untrüglich an den Wundmalen von der Kreuzigung an seinen Händen und Füssen. Er stand plötzlich neben ihnen, trat ein durch verschlossene Türen, kam ihnen überraschend auf der Strasse entgegen, war einfach da und machte ihnen Mut weiterzugeben, was sie durch ihn und mit ihm erfahren hatten: Dass Gottes Liebe stärker ist – sogar stärker als der Tod. Und dass der, der uns ins Leben gerufen hat, uns immer ins Leben ruft, selbst dann, wenn wir sterben. Schliesslich werden wir alle einmal sterben, weil wir Menschen sind. Nur Gott allein und seine Treue sind ewig. Und er wird uns, wenn wir gestorben sind, zu neuem Leben auferwecken. Das ist die österliche Hoffnung und die feste Zuversicht von allen, die ihr Vertrauen auf ihn setzen.

Doch sollen und können wir das überhaupt glauben, was uns die Evangelisten da berichten von den Erfahrungen der Jüngerinnen und Jünger von Jesus? Können wir wirklich glauben, dass Jesus auferstanden ist von den Toten und dass Gott auch uns einmal vom Tod auferwecken wird? Ja, wenn überhaupt, dann nur glauben! Es gibt nämlich kein Wissen über den Tod hinaus. Dort sind wir mit unserer Weisheit am Ende. Aber nicht mit unserem Glauben.

Es glauben allerdings verschiedene Menschen ganz verschiedene Dinge. Einige sagen, wenn wir sterben, verliesse die Seele den Körper wie ein abgelegtes Kleid, das sie nicht mehr brauche. Der Leib sei vergänglich, die Seele unsterblich. Manche erzählen Geschichten von Verstorbenen, deren Geist nicht zur Ruhe käme, weil sie auf Erden noch etwas gutzumachen hätten. Wieder andere spekulieren darüber, dass die Seele sich einen neuen Körper suchen und in anderer Gestalt wieder auf die Erde zurückkommen müsse, je nachdem, wie sie zuvor gelebt hätte, vielleicht als Frosch, vielleicht als Adler. Und einige sagen auch: Der Tod ist das Ende, danach gehen alle Lichter aus – und fertig.

Das sagen auch die Christen: wenn wir sterben, mit dem letzten Atemzug, wenn das Herz stillsteht, wenn der Körper tot ist, dann ist Schluss. Für uns, aber nicht für Gott, der über uns ein neues Licht aufgehen lässt. So wie er Jesus auferweckt hat von den Toten, wird er auch uns zu neuem Leben auferwecken, mit Haut und Haaren sozusagen, jedenfalls nicht als Gespenster. Unglaublich? Ja, unglaublich!

Wer da jetzt recht hat oder nicht, darum geht es gar nicht. Wer wollte das entscheiden? Wichtiger wäre, darüber nachzudenken, worauf wir uns eigentlich verlassen (wollen). Darauf, dass Geist und Seele im Gegensatz zum Körper unsterblich sind oder darauf, dass wir mit Geist und Leib und Seele Gott gehören, unser ganzes Dasein dem verdanken, der uns in dieses Leben gerufen hat und zu neuem Leben auferwecken wird? Darauf, dass endgültig ausgelöscht wird, was wir sind und waren, wenn wir einmal sterben, oder darauf, dass wir bei Gott geborgen sind, selbst wenn wir sterben?

Die Auferstehung des Gekreuzigten ist das Fundament christlichen Glaubens: Christen leben ihr Leben im Licht von Ostern und im Glauben an die Auferstehung. Wir verlassen uns darauf, dass Gottes Liebe stärker ist als alle Mächte und Gewalten in der Welt, stärker auch als alles Böse, das Menschen einander antun und erleiden, stärker sogar als der Tod. Der Tod ist das Ende unseres irdischen Daseins und manchmal sogar ein ersehntes Ende, wenn das Leben zur Last geworden ist. «Es ist noch nicht zutage getreten, was wir sein werden» (1. Johannesbrief 3,2), heisst es in der Bibel. Aber dass wir dort sein werden, wo «kein Leid, kein Geschrei und keine Mühsal und auch der Tod nicht mehr sein wird» (Offenbarung 21,4), mit und bei Gott, das ist unsere feste Zuversicht.

Und das alles soll man einem Kind erklären? Nein, nicht alles. Erklären schon gar nicht, aber erzählen. Zu Ostern nicht nur Osterhasengeschichten, sondern vielleicht auch einmal eine von den schönen und geheimnisvollen Geschichten von der Erscheinung des Auferstandenen erzählen. Wie zum Beispiel die Geschichte von Maria Magdalena:

Maria Magdalena war eine von den Jüngerinnen von Jesus, eine Frau, die ihn sehr geliebt hat und die gemäss dem Evangelisten Johannes als Erste zum Grab kam, am Ostermorgen, als es noch dunkel war. Die Felsengruft war leer. Maria war traurig und verwirrt und entsetzt. Dort, wo der tote Jesus hingelegt worden war, sassen stattdessen zwei Engel in weissen Gewändern. Als Maria sich in die Höhle hineinbeugte, fragten sie: «Warum weinst du?» Maria sagte: «Wo ist der Leichnam? Wer hat ihn weggebracht? Und wohin?» In ihrem Kummer wandte sie sich um und wollte eben vom Grab weggehen, als plötzlich jemand vor ihr stand, den sie zuvor gar nicht gesehen hatte. «Warum weinst du?», fragte auch dieser Unbekannte. Das ist der Gärtner, dachte Maria und sagte: «Man hat den Leichnam von Jesus fortgebracht und ich weiss nicht wohin. Wenn du ihn weggetragen hast, dann sag mir, wo du ihn hingelegt hast.» Der fremde Mann sagte nur ein Wort: «Maria!» Maria erschrak. So hatte Jesus sie immer beim Namen gerufen. Das war seine Stimme. Das war er selbst! Schon wollte Maria ihm in die Arme fallen. «Rabbuni», rief sie, «mein Meister». Sie wusste es ganz gewiss: Er ist es! Er ist da! Er lebt! Aber Jesus trat einen Schritt zurück und sagte: «Fass mich nicht an. Geh zu meinen Brüdern und Schwestern und sag ihnen: ‹Jesus lebt!›.»
Das war am ersten Tag der neuen Woche, als eben die Sonne aufging. Seither feiern alle Christen jeden Sonntag, am ersten Tag der Woche, im Gottesdienst die gute Nachricht, die Maria den Jüngern überbracht hatte: Christus ist auferstanden. Jesus lebt.

Nachzulesen ist die Geschichte von Maria Magdalena im Johannesevangelium, Kapitel 20. Dort finden sich auch noch weitere Geschichten von der Erscheinung des Auferstandenen, ebenso im Lukasevangelium, Kapitel 24, und im jeweils letzten Kapitel des Markus- bzw. Matthäusevangeliums.