E

E WIE ENGEL: ES SIND BOTEN GOTTES.
SIE KOMMEN VOM HIMMEL AUF DIE ERDE.
E WIE ELIJA: AUCH ER EIN BOTE GOTTES.
ER FUHR VON DER ERDE IN DEN HIMMEL.
MANCHMAL KOMMT ER ZURÜCK. ALS ENGEL.

E wie Elija

Elija ist ein Name, der bei uns bis heute beliebt ist. Vielleicht gibt es sogar einen in deiner Schulklasse, der Elia heisst. Elija ist ein biblischer Name. Und er hat, wie alle Namen, eine Bedeutung. Kennst du die Bedeutung von deinem Namen? Weisst du, warum deine Eltern ihn für dich ausgewählt haben?

Sogar Gott hat einen Namen. In der Bibel heisst Gott «JA». Man kann diesen Namen nicht übersetzen. Die Juden sagen: Man soll ihn nicht einmal aussprechen. Aus Respekt. Wir tun es ja eigentlich auch nicht. Wir reden einfach von Gott. Aber auf Deutsch ist es doch besonders schön, dass Gottes Name wie Ja klingt. Ja und nicht Nein. Ein Gott, der Ja sagt zu dir und zu mir und zu jedem Menschen. Klingt doch gut, nicht wahr?

Der Name Elija bedeutet: «Ja ist mein Gott». Die Menschen haben aber nicht zu allen Zeiten auf diesen Ja-Gott hören wollen. Genauso wenig wie Kinder immer auf ihre Eltern hören wollen und manchmal lieber Nein sagen. Nein, ich habe jetzt keine Lust zu gehorchen. Ich möchte tun, was mir gefällt.

Vor sehr langer Zeit, als der Prophet Elija gelebt hat, gab es eine grosse Trockenheit im Land Israel. Drei Jahre lang fiel kein Regen. Alles verdorrte auf den Feldern, es gab kein Korn und kein Mehl und kein Brot, die Kühe gaben keine Milch mehr und Tiere und Menschen litten grossen Hunger. Da dachten sie: Gott hilft uns ja gar nicht, er lässt uns sterben. Achab, der damals König war in Israel, und vor allem seine Frau, Königin Isebel, vertrauten auf fremde Berater und Priester, die sagten: «Seit drei Jahren schon beten wir um Regen, doch der Gott JA sagt einfach Nein. Worauf warten wir noch? Herrscht etwa überall Dürre? Anderen Völkern geht es doch besser. Die haben die besseren Götter. Mögen die uns erhören.» Da stand Elija auf und sagte: «Höre, Israel! JA ist unser Gott und JA ist einzig! Es gibt nur einen Gott. Auf ihn und keinen anderen wollen wir vertrauen.»

Da machten die Berater des Königs und Elija einen Wettbewerb. Es kamen 450 Priester auf den Berg Karmel. Jeder betete zu seinem Gott. Doch allein das Gebet von Elija wurde erhört und endlich kam der Regen. Da tötete Elija alle Priester der fremden Götter mit dem Schwert; er richtete ein Riesenblutbad an im Kidrontal, am Fuss des Bergs Karmel, sodass sich das Wasser des Bachs ganz rot färbte. Das gefiel Gott sicher nicht. Es gefiel auch dem König nicht. Und am allerwenigsten gefiel es der Königin. Sie liess Elija wissen, dass sie ihn ebenfalls töten werde, sobald sie ihn zu fassen kriegte. Elija musste untertauchen. Er floh in die Berge. Als er eine Tagesreise weit gegangen war, kam er in die Wüste. Dort verliess ihn sein ganzer Mut. Hungrig und durstig, erschöpft und verzweifelt setzte er sich unter einen Ginsterstrauch, wandte sich noch einmal an seinen Gott JA und sagte: «Nein! Ich will nicht mehr, ich kann nicht mehr dein Diener sein, ich hab die Kraft nicht mehr, lass mich hier sterben.» Und dann legte er sich schlafen und hoffte, nie mehr aufzuwachen. Doch da berührte ihn plötzlich jemand am Arm und sagte zu ihm: «Steh auf und iss.» Er erwachte und als er sich umsah, fand er neben sich ein frisches Brot und einen Krug mit Wasser. Aber niemand war da. Er ass und trank und legte sich wieder schlafen. Und ein zweites Mal berührte ihn jemand und sprach: «Steh auf und iss, denn der Weg, der vor dir liegt, ist noch weit.» Elija sah den Engel nicht, der ihm Brot und Wasser hingestellt hatte. Aber er ass und trank und kam wieder zu Kräften. Danach machte er sich auf und ging vierzig Tage und vierzig Nächte lang, ohne müde zu werden, bis er an den Berg Horeb kam. Dort fand er eine Höhle, in der er sich verstecken konnte. Hier würde ihn niemand finden, dachte er. In der Nacht jedoch vernahm er eine Stimme und diesmal war es kein Engel, sondern Gott selbst, der zu ihm sprach: «Was tust du hier, Elija?» Elija sagte: «Weisst du es nicht? Gekämpft habe ich für dich, als die Menschen nicht mehr auf dich hören wollten. Und was ist der Dank dafür? Ich werde verfolgt und muss um mein Leben fürchten.» Die Stimme Gottes sagte zu ihm: «Komm heraus aus der Höhle, ich will mit dir reden.» Sogleich kam ein furchtbares Gewitter auf, ein Sturmwind, der die Berge einstürzen liess – aber von Gott keine Spur. Danach begann die Erde zu beben und der Boden unter seinen Füssen zu wanken – aber Gott war nicht da. Dann erhellten furchtbare Blitze die finstere Nacht, als fiele Feuer vom Himmel – aber von Gott war nichts zu sehen im grellen Blitzlicht und seine Stimme war nicht zu hören im Donnergrollen. Erst als der Sturm vorüber war und ein ganz sanftes Lüftlein aufkam, fast wie der Flügelschlag eines Schmetterlings, vernahm Elija ein Flüstern im Wind. Schnell warf er die Kapuze seines Mantels über den Kopf und verhüllte sein Gesicht. Da hörte er die Stimme Gottes wie zuvor: «Was tust du hier, Elija?» Er antwortete: «Weisst du es nicht? Gekämpft habe ich für dich, als die Menschen nicht mehr auf dich hören wollten. Und was ist der Dank dafür? Ich werde verfolgt und muss um mein Leben fürchten.» Aber Gott sagte zu ihm: «Hab keine Angst. Ich brauche dich noch. Geh zurück in dein Land.»

Das hat Elija dann auch wirklich getan: er ging zurück in sein Land. Nicht freiwillig, aber einem Auftrag von Gott kann man sich schliesslich nicht entziehen. Er hatte noch viele Kämpfe mit dem alten König Achab auszutragen, denn der sass fest auf seinem Thron. Aber schliesslich fiel Achab in einer Schlacht und musste einem neuen König Platz machen. Elija hatte gelernt zu warten und Gott zu überlassen, was nur seine Sache sein kann: Gott allein ist Herr über Leben und Tod. Auch ein Prophet soll nicht mit dem Schwert für die Wahrheit streiten.

Elija war nun schon sehr alt und auf die Unterstützung seines Schülers und Dieners Elischa angewiesen. Eines Tages vernahm er noch einmal Gottes Stimme, die ihn zu sich rief. Da sagte Elija zu Elischa: «Bleibe du hier, ich muss aufbrechen, denn Gott hat mich gerufen. Ich will nach Bet-El gehen in sein Haus.» Aber Elischa sagte: «Ich lasse dich nicht allein gehen, ich werde dich begleiten, wohin auch immer Gott dich ruft.» So machten sie sich miteinander auf den Weg. Am nächsten Tag sagte Elija zu seinem Schüler: «Gott hat mich gerufen. Ich will nach Jericho hinabgehen. Bleib du hier.» Doch Elischa antwortete: «Ich lasse dich nicht allein gehen, ich werde dich begleiten, wohin auch immer Gott dich ruft.» Am dritten Tag sagte Elija zu ihm: «Bleib jetzt hier. Gott hat mich gerufen, nur mich allein. Ich will an den Jordan hinuntergehen.» Aber sein treuer Diener Elischa antwortete: «Ich werde dich begleiten, wohin auch immer Gott dich ruft.» Frühmorgens brachen sie auf. Als sie an den Jordan kamen, legte Elija seinen Mantel ab, rollte ihn zusammen und schlug damit auf das Wasser. Da teilten sich die Wellen und Elija und sein Schüler konnten trockenen Fusses ans andere Ufer hinübergehen. Dort brauste wie aus dem Nichts ein Wagen heran, ein Wagen aus Feuer, gezogen von Pferden aus Feuer und Elija fuhr mit diesem Wagen wie vom Sturmwind emporgehoben zum Himmel hinauf, als wärs ein Traum. Als Elischa seinen Meister in den Wolken verschwinden sah, zerriss er im Schmerz seine Kleider. Jetzt erst begriff er, wohin Gott Elija gerufen hatte – er hatte ihn heimgeholt. Dann hob er vom Boden den Prophetenmantel auf, den dieser fallen gelassen hatte, legte ihn sich um und kehrte als Elijas Nachfolger ins Land Israel zurück.

Elija ist der einzige Prophet in der Bibel, der nicht gestorben ist. Er ist einfach in den Himmel entschwunden. Gott hat ihn zu sich emporgehoben. Von dort kann er jederzeit unerkannt immer wieder auf die Erde zurückkehren, um den Menschen zu helfen und um sie daran zu erinnern, dass Gott sie nicht vergessen hat. Bis heute stellen jüdische Familien an den grossen Feiertagen einen Stuhl mehr an die Festtafel, legen ein Gedeck mehr auf, füllen einen Becher mit Wein und lassen die Tür einen Spalt offen: Für Elija, falls er kommt, in Gestalt eines zusätzlichen Gastes! Er möge willkommen sein!

Nachzulesen in der Bibel sind die Elijageschichten im Ersten Buch der Könige, Kapitel 17–21, und im Zweiten Buch der Könige, Kapitel 1 und 2.

E wie Engel

Weisst du, wie Engel aussehen? Sicher weisst du es. Du könntest sicher einen zeichnen. Auf einem Bild würdest du einen Engel auch sofort erkennen. An den Flügeln vielleicht oder am Gewand oder am Heiligenschein. Aber Fotos von Engeln gibt es nicht und im Fernsehen erscheinen sie auch nicht. Und den Schutzengel, der nachts an deinem Bett wacht, hast du den schon gesehen? Im Traum vielleicht! Das wäre wunderbar.

Engel sehen vielleicht aus wie Menschen und Menschen können auch einmal Engel sein, aber niemals können Engel wie Gott sein. Sie sind seine Diener und seine Boten. In der Bibel steht, dass es ein ganzes Heer davon gibt, die himmlischen Heerscharen eben. Denn Gott braucht viele Boten, um mit uns Menschen zu reden. Vielleicht, weil wir Menschen nicht immer zuhören wollen.

Es gibt in der Bibel ganz verschiedene Geschichten von Engeln, die Menschen besucht haben. Du kennst ja sicher die Weihnachtsgeschichte von Maria und Josef und der Geburt des Jesuskindes. Sonst kannst du sie in diesem Buch weiter hinten beim Buchstaben Q nachlesen. Bevor das Jesuskind zur Welt kam, wollte Josef Maria verstossen, weil sie schwanger und es eine Schande war, wenn eine Frau vor der Heirat ein Kind bekam. Das ist bei uns heute zum Glück nicht mehr so. Damals, bei Maria, schickte Gott Josef einen Traum. Und in dem Traum kam ein Engel zu ihm und sagte: «Nimm Maria zu dir, denn das Kind, das sie zur Welt bringen wird, ist von Gott.» Ist denn nicht jedes Kind von Gott? Ja, das hatte Josef in seiner Aufregung ganz vergessen. Da brauchte es schon einen Engel, der es ihm in Erinnerung rief: Dieses Kind braucht einen Vater und Maria braucht einen Mann. Sei du ein Beschützer für beide. Josef hat auf den Engel gehört, auch später noch. Als das Jesuskind geboren war, wollte König Herodes es umbringen. Er hatte nämlich von der Geburt eines neuen Königs gehört und weil er allein König sein wollte, liess er in seinem ganzen Reich alle neugeborenen Knäblein töten. Doch wieder schickte Gott Josef einen Traum und in dem Traum kam der Engel noch einmal zu ihm und sagte: «Nimm Maria und ihr Söhnlein und flieh, weg von hier.» Da floh Josef mit seiner Frau und ihrem Kind nach Ägypten und blieb dort, bis König Herodes gestorben war. So wurde Jesus gerettet. Dieser Engel war wirklich ein Schutzengel. Gott sei Dank hat Josef auf ihn gehört.

Von Engeln wird noch viel die Rede sein in diesem Buch. Und je mehr Geschichten du kennst, umso besser wirst du verstehen, was Engel sind. Es gibt sie wirklich. Aber es gibt sie nicht so, wie es den Stuhl gibt, auf dem du sitzt, oder die Nachbarskinder, mit denen du spielst. Nicht so, wie etwas, das man brauchen, anfassen oder sehen kann. Doch Engel sind so wirklich wie deine Träume, und es ist gut, auf sie zu hören.